Die Fähigkeit NEIN zu sagen – das Nein und der Erfolg

Was unterscheidet den Verlierer vom Gewinner? Manchmal reicht es sich nur eine einzige Fähigkeit anzuschauen – NEIN. Ein kraftvolles und ehrliches Nein sagt sich nämlich gar nicht so leicht. Genau deshalb ist diese Fähigkeit so mächtig. Doch warum Nein?

„Wir neigen dazu, weniger oft zu fragen, >>Was sollte ich nicht tun?<< als >>Was sollte ich tun?<<. Aber weil das, was wir nicht tun, bestimmt was wir sonst tun könnten, bin ich ein großer Freund von Not-to-do-Listen. […] Viele Probleme der >>Konzentration<< lassen sich am besten dadurch lösen, dass man definiert, was man ignorieren sollte. […] Ja sagen ist einfach. Nein sagen ist schwierig. Ich wollte Hilfe beim zweiten Punkt, so wie viele andere Menschen in diesem Buch, und manche ihrer Antworten haben es wirklich in sich.“ S19f.

Was sagen die supererfolgreichen Menschen zur Fähigkeit Nein zu sagen? Tim Ferris hat diese Frage schon an über 140 Supererfolgreiche Menschen weitergeleitet und interessante Antworten bekommen, die er in seinem Buch Tools der Mentoren veröffentlicht hat, zusammen mit den Antworten auf weitere spannende Fragen.

Wozu kannst Du heute leichter Nein sagen als vor fünf Jahren? Welche neuen Erkenntnisse und/oder Ansätze haben dir dabei geholfen? Irgendwelche Tipps?

 

Dr Gabor Maté – S364f.

Arzt – Neurologie – Psychiatrie – Psychologie – Suchtverhalten – Bestseller Autor – Ehrendoktor – preisgekrönt

„Nicht in den letzten fünf Jahren, sondern in den letzten fünf Wochen habe ich (endlich!) gelernt, dass ich nicht immer den Bedürfnissen anderer gerecht werden, meine Mitmenschen heilen und alle Einladungen annehmen muss, meine Arbeit zu unterrichten. Das zehrte an meinem inneren Frieden und an meiner Ehe. Es mag ironisch sein, aber ich musste schließlich meinen eigenen Ratschlägen folgen, die ich in meinem Buch When the Body Says No gebe, das von Stress und Krankheit handelt. Das ist alles sehr neu für mich, aber ich spüre, wie die Freude und Vitalität in mein Leben zurückkehren. Ich habe die dringend nötige Gelegenheit bekommen zu erkunden, wer ich bin, wenn ich einfach bin, ohne ständig etwas tun zu müssen“

Adam Fischer – S451f.

Leiter Macro- und Immobilienmanagement bei Soros Fund Management – Mitbegründer von Common Wealth Opportunity Capital (2,2Mrd USD) – Chief Investment Officer – Mitbegründer Orient Property Group

„Für mich war das die Kalenderarchitektur. Dafür kämpfte ich wie ein Löwe und erwarte von allen um mich herum, das zu respektieren und mich dabei zu unterstützen. >>Kalenderarchitektur<< bedeutet, für jeden Tag einen wiederholbaren Ablauf zu entwickeln und umzusetzen. Für einen introvertierten Menschen wie mich ist dazu viel Zeit für mich alleine erforderlich, und alle um mich herum bilden dafür in meinem Tag ein Bollwerk. Es soll aber auch verhindern, dass sich mein Tag mit >>Ungenießbarem<< füllt.“

Ben Silberman – S520f.

Mitbegründer und CEO von Pinterest – Politikwissenschaft in Yale studiert – Google Online-Werbungs-Gruppe

„Das kann ich immer noch nicht so gut. Ich weiß, dass Zeit eigentlich eine Nullsumme ist – die eine Sache, von der niemand mehr produzieren kann. Ich habe dafür kein festes Repertoire. Ich bin möglichst ehrlich und stoße damit auf überraschend viel Verständnis. Ich sage Dinge wie: >>Ich würde wirklich gern, aber ich versuche gerade, mich auf [das Projekt XYZ] zu konzentrieren. Das verstehst du hoffentlich. Ich würde mich sehr freuen, wenn es ein andermal klappt.<< Vielleicht sagen sie mir ja auch einfach nicht, dass [sie verärgert sind], aber die Menschen haben oft mehr Verständnis, als man denkt. Manchmal entstehen vor meinem inneren Auge Bilder von Leuten, die wutentbrannt ihren Rechner zuklappen und >Der Arsch!<< brüllen. Aber eigentlich glaube ich, sie verstehen das.“

Gary Vaynerchuck – S238f.

Serienunternehmer – Mitbegründer und CEO von Vaynerchuck Media – Fotune500 Kunden – Wine Library – Wagniskapitalanleger – 4x New York Times Bestseller – Forbes 40 under 40 – Daily Vee

„Zu allem. Zunehmender Erfolg bringt das große Problem mit sich, dass man von den vielen Möglichkeiten gelähmt wird, die sich bieten. Öftern Nein zu sagen statt Ja, wird dann unabdingbar. Andererseits kann ihnen Tyler oder eine meiner anderen Assistenzkräfte verraten, dass ich nach wie vor ein gesundes Gleichgewicht brauche, was sich in 20 Prozent Zustimmung zu Projekten äußert, die nicht besonders klug erscheinen, weil ich an glückliche Zufälle glaube. Und damit haben viele Menschen Probleme. Meines Erachtens tendieren die meisten Menschen, die das lesen, zu sehr zum einen oder anderen Extrem. Entweder werden sie superdiszipliniert, lehnen alles ab und glauben, ihre Zeit so sinnvoll zu verwenden, oder sie sagen zu allem Ja, ohne darüber nachzudenken oder eine bestimmte Strategie zu verfolgen. Ich möchte es schaffen, öfter Nein zu sagen als Ja und meine Zeit produktiv zu nutzen. Ich halte es aber für gesund und ausgewogen, auch mal etwas auf Verdacht zu tun, was sich rein intuitiv auf den ersten Blick nicht rentieren dürfte, denn gewöhnlich ist unter diesen 20 Prozent mindestens ein lohnendes Projekt, sodass es sich unter dem Strich auszahlt.“

Tim Urban – S64f

Blogger Wait But Why – 1,5 Millionen Besucher pro Monat – 550.000 E-Mail Abonnenten – TED Talk Inside the Mind of a Master Procrastinator

„Zum Erstellen meiner >>Nein<<-Liste habe ich bei meiner >>Ja<<-Liste angesetzt. Auf der >>Ja<<-Liste sollte alles stehen, was wichtig ist – doch wie lässt sich ein schwammiger Begriff wie >>wichtig<< genauer definieren? Ich verwende dafür ein paar einfache Lackmustests: Bei der >>Ja<<-Liste für meine Arbeit ziehe ich einen Test heran, den man Grabstein-Test nennen könnte- Tut sich eine Chance auf, stelle ich mir die Frage, ob ich dieses Projekt gern auf meinem Grabstein stehen hätte. Wenn nicht, dann heißt das vermutlich, dass mir die Sache nicht so wichtig ist. Der Grabsteingedanke mag morbide sein, doch er bringt alles sehr schön auf den Punkt und zwingt mich, meine eigene Arbeit absolut distanziert zu betrachten. Dann erkennt man genau, was einem wirklich wichtig ist. Meine >>Ja<<-Liste erstelle ich also mit Hilfe des Grabstein-Tests. Auf Projekte, die ihn nicht bestehen, will ich meine Zeit nicht verschwenden. Sie landen auf der >>Nein<<-Liste. Der Grabstein-Test ist für mich gewöhnlich ein Fingerzeig, meine Zeit und Energie darauf zu konzentrieren, so gut, einfallsreich und kreativ wie möglich zu arbeiten. Ein ganz ähnlicher Test, den ich für meine private >>Ja<<-Liste verwende, ist der Totenbett-Test. Wir haben alle schon mal von diesen Studien über Menschen gehlrt, die sich auf dem Totenbett überegen, was sie am meisten bedauern. Dem Klischee zufolge bedauert niemand, dass er nicht mehr Zeit im Büro verbracht hat. Auf dem Totenbett gewinnen die Menschen eine absolute Klarheit, die wir im Alltag nur schwer erreichen. Und nur wenn diese Klarheit in der täglichen Hektik fehlt, kommen wir auf den Gedanken, dass es sinnvoll sein könnte, unsere wichtigsten persönlichen Beziehungen zu vernachlässigen. Der Totenbett-Test veranlasst mich zu den beiden folgenden Konsequenzen:

-Dafür zu sorgen, dass ich meine Zeit mit den richtigen Menschen verbringe. Dazu stelle ich mir die Frage: >>Würde ich auf dem Totenbett an diesen Menschen denken?<<

-Dafür zu sorgen, dass ich genügend >>Quality Time<< mit Menschen verbringe, die mir etwas bedeuten. Dazu stelle ich mir die Frage: >>Wenn ich heute sterben müsste, wäre ich dann der Ansicht, ich hätte genug Zeit mit diesem Menschen verbracht?<< Du kannst dir aber auch den anderen auf dem Totenbett vorstellen. >>Wenn X heute sterben müsste, wäre ich dann der Ansicht, ich hätte genug Zeit mit ihm oder ihr verbracht?<<

Die wichtigsten Menschen in deinem Leben konkurrieren ständig mit deiner Arbeit und anderen um deine Zeit. Der Totenbett-Test ist ein nützlicher Wink mit dem Zaunpfahl: Man kann nur dann genug Zeit mit den wichtigsten Menschen verbringen, wenn man zu vielen anderen Aktivitäten und Menschen >>Nein<< sagt. Der Grabstein-Test und der Totenbett-Test machen Folgendes klat: Wenn wir sterben müssen und die Inschrift für unseren Grabstein entworfen wird, dann ist es zu spät, um Dinge zu ändern. Wir sollten also unser Möglichstes tun, um diese magische Lebensendklarheit zu gewinnen, bevor das Leben wirklich zu Ende geht. Natürlich ist es nicht so einfach, sich auch tatsächlich an die >>Nein<<-Liste zu halten, aber ich arbeite daran – und ein paar gute Mechanismen, um festzulegen, was wirklich wichtig ist, helfen mir enorm dabei.“

Was können wir davon mitnehmen?

Ich finde es interessant wie bescheiden diese Menschen mit ihren Fähigkeiten umgehen. Keiner möchte behaupten die Wahrheit oder das Geheimnis zu kennen. Sie sprechen alle von ihren eigenen Erfahrungen und vor allem scheinen sie immer in Richtung Verbesserung und Veränderung zu blicken. Ich glaube das für uns, also diejenigen, die nicht so erfolgreich sind, dass sie für ein Buch von Tim Ferris befragt werden würden, die Fähigkeit Nein zu sagen noch viel wichtiger ist. Wir sind nämlich noch gar nicht solche Spezialisten, um uns auch erlauben zu können uns auf „Unwichtiges“ einzulassen. Doch aufgrund unserer Fehlenden „Nein“-Erfahrung können wir auch noch gar nicht so gut zwischen wichtig und unwichtig entscheiden. Deshalb müssen wir uns darüber bewusst werden, wie viel einfacher unser Weg zum Erfolg wird, wenn wir diese simple Fähigkeit beherrschen; im persönlichen, wie im geschäftlichen Kontext.

Wo fällt es Dir schwer Nein zu sagen oder was hat Dir dabei geholfen öfter Nein zu sagen?

Gefällt Dir der Beitrag? Dann werden Dir wahrscheinlich auch die Bücher von Tim Ferris gefallen, nicht nur, weil er besser schreibt als ich, sondern auch, weil dort alle Fragen und Antworten stehen, die Tim an die Mentoren gestellt hat.

Die Tools der Mentoren von Tim Ferris

Die Tools der Titanen von Tim Ferris
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Beste Grüße

-Julius

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