Deep Work – endlich mal richtig konzentrieren lernen

Arbeit dehnt sich immer so weit aus, wie wir es zulassen. Je mehr Zeit wir für Arbeit einräumen, desto länger wird sie auch dauern. Das ist schon fast so etwas wie ein Gesetz. Extrem Produktive Menschen haben gelernt wie sie dieses Gesetz manipulieren können. Was ist, wenn ich meine Zeit für bestimmt Aufgaben begrenze, sodass ich gezwungen bin, sie auch in diesem Zeitfenster zu erledigen?

Weniger Zeit mit Aufgaben zu verbringen, z.B. der Vorbereitung auf eine Prüfung oder dem Schreiben eines Buches oder eines Berichtes würde intuitiv erstmal mit weniger Qualität einhergehen. Diese Dinge brauchen eben ihre Zeit. Je mehr Zeit ich mir dafür nehme, desto besser wird es auch. Wenn ich weniger Zeit habe, kann ich meine Aufgaben auch nicht vernünftig erledigen. Das ist der Grund warum Studenten unmenschliche Marathonsitzungen in der Bibliothek verbringen, Bücher mehrere Jahre zur Vollendung brauchen, neu angestellte Professoren bis spät in die Nacht und am Wochenende arbeiten und warum ich zum Schreiben von Artikeln am liebsten ganz viel Zeit habe.

Wenn diese intuitive Einstellung zu den Aufgaben stimmt, müssten doch diejenigen, die solche Aufgaben am besten Erledigen auch am meisten Zeit mit ihnen verbringen, oder?


Die Professoren, die am meisten Studien veröffentlichen sind nicht die, die am meisten Arbeiten – Fakt.

Die Studenten, die die besten Noten haben sind nicht die „fleißigsten“ – Fakt

Gute Bücher werden am Stück geschrieben und nicht über viele Jahre nebenbei zusammengesetzt – (fast) Fakt

Ein guter Artikel schreibt sich in wenigen Stunden, manchmal sogar Minuten – Fakt


Woran liegt das?

Die meisten Menschen, wenn sie arbeiten, arbeiten nicht wirklich. Ein typischer Arbeitsprozess wird ständig unterbrochen durch E-Mails, kurze „Recherchen“ im Internet, Social Media, Gespräche, abschweifende Gedanken usf. Auch wenn wir unsere Arbeit damit nur für wenige Sekunden unterbrechen, richten wir doch erheblichen Schaden an!

Warum?

Aufmerksamkeit ist eine begrenzte Ressource – extrem begrenzt. Jedes Mal, wenn wir von einer Aufgabe zu einer anderen wechseln, verbraucht es Aufmerksamkeit. Jeder kurze Blick aufs Handy setzt einen riesigen kognitiven Prozess in Gang, der uns auf die neue Aufgabe vorbereiten soll. Diese brechen wir dann nach wenigen Sekunden schon wieder ab, um zur eigentlichen Aufgabe zurück zu gelangen. Jedes Mal, wenn wir hin und her wechseln verbrennen wir unnötig Treibstoff und das hat nachhaltige Folgen. Wir verlernen uns zu konzentrieren. Die meisten von uns können es schon gar nicht mehr. Oft wird behauptet, dass man immer besser im Multitasking würde, doch das stimmt nicht. Wir können nicht lernen schnell zwischen Aufgaben hin und her zu wechseln, die unsere vollständige Aufmerksamkeit benötigen. Zwischen E-Mails hin und her zu schauen und nebenbei noch kurz etwas bei Google nachschauen ist dabei nicht das Problem. E-Mails brauchen kein konzentriertes Arbeiten. Doch wer eine Forschungsarbeit, einen Artikel, ein Buch schreibt oder versucht ein Problem zu lösen, zu lesen oder zu lernen ist auf vollständige Konzentration angewiesen.

Es gibt also zwei Arten von Arbeit im Sinne der Konzentrationsfähigkeit:

Deep Work: Professional activities performed in a state of distraction-free concentration that push your cognitive capabilities to their limit. These efforts create new value, improve your skill, and are hard to replicate“ -S3

Shallow Work: Noncognitively demanding, logical-style tasks, often performed while distracted. These efforts tend to not create much new value in the world and are easy to replicate.“ -S6

Warum ist es so wichtig hier zu unterscheiden?
The Deep Work Hypothesis: The ability to perform deep work is becoming increasingly rare at exactly the same time it is becoming increasingly valuable in our economy. As a consequence, the few who cultivate this skill, and then make it the core of their working life, will thrive.“ -S14

Deep Work macht den Unterschied. Nur wer fähig ist, sich vollkommen zu konzentrieren, regelmäßig und über längere Zeiträume kann wertvolles erschaffen. Da gibt es kaum Ausnahmen.

Wie fange ich mit Deep Work an?

Deep Work ist eine Gewohnheit – also erlernbar.

Um ein Gefühl für Deep Work zu bekommen, können wir ganz einfache Veränderungen vornehmen. In Phasen, die wir für Deep Work nutzen wollen wird das Handy in den Flugmodus geschaltet und am besten aus dem Arbeitszimmer geschmissen. Am PC oder Laptop wird nichts getan, was nicht unmittelbar zum Voranschreiten der Aufgabe beiträgt. E-Mail werden nicht angeschaut, am besten wird das Internet ganz abgeschaltet für diese Zeit. Es wird immer wieder zu einem Verlangen kommen, doch mal kurz ans Handy zu gehen oder die Mails zu checken, es könnte ja etwas Wichtiges passiert sein, dass ich verpasse. In solchen Momenten ist es besonders wichtig nicht nachzugeben und erst wieder Mails zu lesen & zu beantworten, wenn das Verlangen danach verschwunden ist, oder der dafür vorgesehene Zeitraum beginnt. Es ist gar nicht notwendig den ganzen Tag im Deep Work Modus zu sein, selbst Profis schaffen das nur für wenige Stunden am Tag. Das Problem ist nur, das der Durchschnittsmensch so ungefähr gar keine Zeit mit Deep Work verbringt. Selbst eine Stunde wirklich produktive Arbeit am Tag würde schon einen enormen Unterschied machen.

Deep Work kannst Du lernen! Wenn Du noch mehr Tipps haben möchtest empfehle ich dir das Buch von Cal Newport zu lesen: Deep Work (Anzeige)

Oder auch auf deutsch: Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen(Anzeige)

 

Beste Grüße

-Julius

Werbeanzeigen

One thought on “Deep Work – endlich mal richtig konzentrieren lernen”

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.